Wieso die sieben Säulen der Resilienz dich zwar schlauer,
aber noch nicht resilienter machen.

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By Matthias Geipel

Inhaltsverzeichnis

Jeder, der sich schon einmal mit den Eigenschaften einer starken, überzeugenden und widerstandsfähigen Führungskraft beschäftigt hat, wird dabei über die 7 Säulen der Resilienz gestolpert sein, deren vollständige Integration die psychische Widerstandskraft eines Teutonen verspricht. Checklistenartig gehst du die Überschriften durch und hakst innerlich die Verfügbarkeit deiner Säulen ab. Passt doch, oder? Aber warum fühlst du dich dann weiterhin so gestresst? 
Schauen wir uns die Säulen doch etwas genauer an und was sie eigentlich bedeuten.

Säule Nr. 1 - Akzeptanz

„Habe die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die du nicht ändern kannst …“

… heißt es in einem alten Pilgergebet, welches Führungskräften gern als Mantra dient, sobald es um das Thema Akzeptanz geht. Soweit – so gut.

Aber fühlt sich diese Vorstellung von einsichtsbezogener Akzeptanz nicht irgendwie auch unlebendig und entmündigend an? Sobald ich es nicht ändern kann soll ich es gelassen hinnehmen?! Klingt mehr nach einer Überlebensstrategie, als nach einer von Weisheit geprägten Haltung, die sich lohnen könnte sie zu verinnerlichen.

 
Die Wahrheit ist: Akzeptanz benötigt Energie. Umso undifferenzierter dein Unbehagen, umso mehr Kraft kostet es dich es anzunehmen und zu verdauen. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen, was genau dieses Unwohlsein erzeugt. 
 
Frust entsteht häufig durch unklare innere Bestrebungen, welche sich im äußersten Fall auch widersprechen können. Verstehst du deine inneren Botschaften und gibst ihnen Raum, entziehst du deinem Problem den Saft. Du kannst dir dieses Vorgehen wie eine interne Revision vorstellen mit dem Ziel deinen Energiehaushalt effizienter aufstellen zu können. 
 
Legst du deinen inneren Widerspruch in dir offen, akzeptierst du auch deine Grenzen und bist damit weitaus weniger auf eine Kompensation angewiesen. Was übrig bleibt an Frust darfst du guten Gewissens auch aussprechen. Das ist authentisch, denn Klarheit schafft Wahrheit – und umgekehrt.

Säule Nr. 2 - Gesunder Optimismus

„Optimismus ist nicht verhandelbar … “

… heißt es in den selbsternannten, elitären Führungslehren aus dem letzten Jahrhundert. 
 
Die Einschränkung auf einen gesunden Optimismus offenbart bereits die mahnende Schwachstelle: Optimismus kann ungesund werden. 
Aber wann? Woran merke ich rechtzeitig, dass meine optimistische Haltung problematisch wird oder mich sogar krank macht? Woran erkenne ich manische Tendenzen? Wie kann ich mich davor schützen?
 
Wie schaut es denn in dir drinnen aus? Ist der Optimismus begründet, oder ein inszeniertes Schauspiel? Entsteht deine Zuversicht aus deiner Haltung, oder fügst du dich nur einer zugewiesenen Rolle? Und kannst du darunter überhaupt noch unterscheiden?
 
Die sachliche Analyse ist häufig Grundlage und Rechtfertigung zugleich für unsere Entscheidungen. Aber sie ist nur ein Teil unserer Wahrnehmung. Ein Coachingprozess hilft dir Distanz zu deiner Situation einzunehmen. Mit dem richtigen Abstand verbreitert sich nicht nur deine Wahrnehmung auf die Lage, du kannst sogar einzelne Aspekte darüber besser scharfstellen. Enttarnst Verblendungsstrategien, entdeckst synergetische Zusammenhänge oder auch Muster aus anderen Ebenen, welche dort eigentlich nicht hingehören. Du klärst also bewusst. Bekommst dadurch automatisch Vertrauen ins Gelingen der Dinge, die du für möglich hältst und kannst genauso solide hinter deinen Zweifeln stehen und diese auch vertreten. Das nenn’ ich Authentizität durch Klarheit.

Säule Nr. 3 - Lösungsorientierung

„Wenn das die Lösung ist, hätte ich gern mein Problem zurück.“

Wer sich als Problemlöser sieht, der brauch Probleme die er lösen kann, denn diese bilden seine Daseinsberechtigung. Das bedeutet auch: Lösungsorientierung kann zum Zwang werden. Zwanghafte Lösungsorientierung führt somit zu immer neuen und immer mehr Problemen. Die Folge: Der sogenannte Lösungs-Burn-Out und die Schaffung einer magnetischen Problemkultur, die man ja eigentlich vermeiden wollte.
 
Erlaube dir deine Probleme erstmal zu bewundern, denn darin steckt viel mehr, als nur die Gefahr einer Niederlage. 
Probleme fördern deine Auseinandersetzung mit deinem Status Quo: Schärfen deine Selbstidentifizierung, fördern deine Reflexion, beschleunigen deine Reifung, schaffen Positionierung, checken deine Kraftreserven und zwingen dich „aufzuräumen“ – also für Klarheit zu sorgen.
Persönliche und berufliche Krisen sprechen stets deine Entwicklungsfelder an und deuten auf eine Gelegenheit zum Selbstwachstum hin. Entwicklung ist der Motor unseres Sein und Tuns. Nehme deine Probleme an bevor du sie zu lösen oder zu vermeiden versuchst. 

Säule Nr. 4 - Selbstwahrnehmung

„Was die Wahrnehmung zeigt, glaubt der Geist …“

… und das Gefühl kommentiert permanent. Diese Wahrnehmungsebene wird häufig gern ausgeblendet, da sich in unserer Managementkultur die Logik & Sachlichkeit als Leitkultur durchgesetzt hat und Emotionen – nunja – verpönt sind. 
Manche sind mit der Frage wie es Ihnen geht bereits überfordert, weil sie ihren Zugang dazu verloren haben und stammeln sich zu einer wackeligen und im Kern unehrlichen Antwort durch. Haben danach aber wenigstens ihre Ruhe.
 
Wenn es um Stressoren geht schlagen diese zu 100% in dein Gefühlszentrum ein. Und besonders gern im Spalt zwischen zwei starken, uneinigen, inneren Anteilen – es entsteht Ambivalenz. Umso höher deine Verantwortung umso intensiver wirken diese Ambivalenzen auf dich. 
Diesen inneren Konflikt auszutragen stresst, kostet viel Energie und macht dich anfälliger und angreifbarer. „Ich kann doch nicht das eine und andere wollen?“ Doch, denn das nimmst du ja gerade in dir war. Lass die Bewertung dieses Widerspruchs sein und zwinge dich nicht zu einem faulen Kompromiss. Differenziere deinen Blick auf dich selber. Gebe beiden inneren Bestrebungen getrennt voneinander Raum. Erfahre darüber welche Bedürfnisse eigentlich dahinterliegen und lass die Ruhe in dir von selbst einkehren.

Säule Nr. 5 - Selbstreflexion

„Schatz, wie war ich heute?“

Ein enorm wichtiger Punkt, dessen Wirkung leider häufig an zu pragmatischer Methodik verpufft. Selbstreflexion ist keine Zwischenmahlzeit, sondern eine Kunst. Diese bedarf einer hochentwickelten Haltung, Regelmäßigkeit in der praktischen Anwendung und eine auf die eigene Persönlichkeit zugeschnittene Methode. 
 
Für alle Ungeduldigen: Dysfunktionale Denkmuster und Glaubenssätze bekommst du am schnellsten über ein professionelles Mentoring identifiziert und aufgelöst. Die entscheidenden Fragen kann dir am besten ein blickiger Mentor stellen, der deine Muster erkennt und dir dabei hilft sie zu umgehen. Der für dich passende Coach kann hier Such- und Wirkungsbeschleuniger zu gleich sein.
Die für dich richtige Methode zur Selbstreflexion erkennst du daran, dass sie deine Klarheit weiter aufrechterhalten kann. Unabhängig ob es gerade läuft oder du dich durch eine Krise bewegst.

Säule Nr. 6 - Selbstwirksamkeit

„Was nicht in die Masse dringt, ist unwirksam …“

 
… heißt es nach Karl Jaspers. Ein weit verbreitetes Mindset in unserer Geschäftswelt, welches sich durch eine starke Außenorientierung kennzeichnet und darüber die Wahrnehmung der eigenen Wirksamkeit auf die Effekte in der Umgebung reduziert. Wirksamkeit kann tiefer gedacht werden. Für wen willst du wirksam sein? Für dich selbst, für andere, oder für beide Seiten? Was brauchst du um dich wirksam zu fühlen? Und warum?
 
Die Digitalisierung fordert das Selbstwirksamkeitsbedürfnis von Führungskräften zu einem weiteren und schnelleren Wandel heraus. Während sich z.B. Handwerker nach getaner Arbeit mit ihrem Ergebnis nach wie vor wirksam verbunden fühlen können, suchen moderne Führungskräfte nach ebenbürtigen Kriterien für dieses Bedürfnis. Übrig bleiben Interpretation, Deutung und als letzte Möglichkeit der Betrag auf dem Betriebsergebnis. 
 
Woran merkst du deine Wirksamkeit? Worauf liegt dein Fokus? 
 
Die Lehren der Einfachheit besagen: In allem was du tust erfährst du deine Wirksamkeit, selbst im aktiven Nichtstun. Ja – stark idealisiert für die heutige Leistungsgesellschaft, aber es steckt doch ein wenig Wahrheit darin. Jeder Mensch fühlt sich auf seine Weise wirksam. Und das nicht nur über die Perspektive auf seine Leistungen, sondern auf das Tun während des Tuns. Es ist bedeutender wie du arbeitest, als was du arbeitest.

Säule Nr. 7 - Bindung

„Wir stehen in Verbindung – immer und überall.“

Der Mensch als soziales Wesen sucht seit jeher Verbindungen und ist auf sie angewiesen. Eines seiner überlebenswichtigen Grundbedürfnisse hinter denen sich weitere Bedürfnisse nach Sicherheit, Entwicklungsraum und Empathie verbergen. Darüber hinaus stehen wir nicht nur mit unseren Mitmenschen in Beziehung, sondern auch mit unseren Organisationen und unserer Umgebung. Wir bauen und gestalten also unsere beruflichen und privaten Netzwerke mit Personen und Organisationen nach unseren Bedürfnissen. Nur in Verbindung zu anderen können wir uns selbst erleben. 
 
Pauschal kann man sagen: Gute Verbindungen reduzieren Stress, schlechte Verbindungen erhöhen ihn. Doch was genau unterscheidet das eine vom anderen? 
Bevor du dir diese Frage beantworten kannst, drehe dich zu dir.
Welche Beziehung hast du zu dir selbst? Wie wichtig ist dir diese Beziehung? Pflegst du sie zufriedenstellend? Welche Aspekte in der Beziehung zu dir selbst suchst du bei anderen?
 
Als Führungskraft bist du häufig auf dich allein gestellt, umso wichtiger ist eine gute Beziehung zu dir selbst.
Werde dir klar welche Aspekte einer besseren Verbindung zu dir im Wege stehen, danach kannst du auch präziser unter deinen Außenverbindungen unterscheiden.
Deine Verbindung zu dir selbst ist der wichtigste Einflussfaktor für deine Widerstandsfähigkeit. Sie bildet praktisch den Nährboden für alle weiteren Säulen. 
 
Mein Fazit: Die 7 Säulen der Resilienz sind ein zutreffender Leitfaden an dem man sich hinzu einer widerstandsfähigeren Haltung orientieren kann. Leider sind sie auch stark akademisch und verallgemeinernd. Jeder hat seine individuellen Bedürfnisse und Stressoren sowie seine eigene Stresskurve. Resilienz ist eine Ressource die vor allem durch Klarheit entsteht, durch die Reduktion von Komplexität und durch ehrliche Selbstannahme. Entdecke über ein Resilienz-Coaching deine eigene persönliche Resilienzformel und erfahre wie sich schon nach wenigen Sitzungen deine Perspektive auf deine Situation zum Positiven verändert.


Deine innere Neuausrichtung ist nur einen Mausklick entfernt.

Resilienz basiert auf Mitgefühl für uns selbst sowie Mitgefühl für andere.

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Genial! Du kannst es also selber ändern.

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